Barfußpfade

Freizeitvergnügen auf Barfußpfaden

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Seitdem 1992 in Bad Sobernheim der erste Barfußpfad Deutschlands eingerichtet wurde, wächst das Interesse an dieser naturverbundenen und gesunden Freizeitmöglichkeit von Jahr zu Jahr. Eine aktuelle Bestandsaufnahme im Internet zeigt, dass es heute im deutschsprachigen Raum etwa 60 Barfußwege von 0,5 bis 4 km Länge gibt, die eigens für das Laufen ohne Schuhe eingerichtet und mit phantasievollen Erlebnisstationen ausgestattet wurden. Diese abwechslungsreichen Anlagen werden von örtlichen Initiativen liebevoll instandgehalten und präsentieren sich als lebenslustige Alternativen zum ermüdenden Laufen auf Schotter- und Asphaltwegen. Und der Besucherzustrom ist beachtlich – einige Barfußparks geben an, hunderttausend Besucher im Jahr zu haben. Dies ist ein Anzeichen, dass der Trend der Freizeitbedürfnisse wieder zurück zu den Wurzeln der Natürlichkeit geht.

Eine Darstellung der bekanntesten Barfußpfade in Wort und Bild und eine Informationsbasis für Planung und kostengünstige Realisierung bietet die Seite:

http://www.barfusspark.info

Gebt den Füßen ihre Freiheit!

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Uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Füße garantiert Entspannung und Wohlbefinden. Deshalb wäre es ein großer Verlust an Lebensqualität, wenn der in manchen Situationen zweifellos notwendige Schutz der Füße zu lebenslangem Zwang würde!

Doch dazu muss es nicht kommen, denn regelmäßiges Barfußlaufen passt zu jedem aktiven und erlebnisorientierten Lebensstil. Man investiert ein wenig Mut in diese Freiheit und bekommt viel Wohlbefinden und Selbstvertrauen zurück.

Tretet in Gefühlskontakt mit der Natur!

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Den Boden kennen lernen

Mit dem hochentwickelten Tastsinn der Fußsohlen können wir die Natur außergewöhnlich intensiv erleben. Wir teilen mit Tieren und Pflanzen das Empfinden von Weichheit und Härte, von Wärme und Kälte, von sprödem, ausgetrocknetem Boden oder von frischer, belebender Feuchtigkeit.

Den Boden schätzen lernen

Eine gute Bodenhaftung ist auch im übertragenen Sinn notwendig, denn der Boden hat herausragende Bedeutung für den Naturhaushalt. Wir haben es da nicht einfach mit Schmutz zu tun, sondern mit dem Symbioseverbund von Millionen verschiedener Organismen. Pflanzenwurzeln, Pilze, Kleintiere und vielfältige Mikroorganismen besiedeln ihn und halten gemeinsam die Stoffkreisläufe der Natur aufrecht. Und gerade diese Vorgänge sind die Grundlage für das Gedeihen der Früchte der Erde, von dem wir Menschen als Endglieder der Nahrungskette so sehr abhängig sind!

Lernt die Erde lieben!

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Der Boden ist es also wert, persönlichen und direkten Kontakt zu halten und Rücksicht zu üben. Der sanfte Tritt unserer weichen Fußsohlen tut der Natur gut, denn er schädigt weder Vegetation noch Untergrund und erschreckt unsere Mitgeschöpfe nicht durch Lärm. Ohne Schuhe erwacht in uns der angeborene Umweltinstinkt naturverbundener Kulturen:

  • Man hält Blickkontakt zum Untergrund und bekommt deshalb sehr viel über seine Beschaffenheit mit. Tiere und Pflanzen bemerkt man, bevor man sie zertreten würde.
  • Die Vielfalt des Bodens nimmt man mit den Sohlen viel intensiver wahr, als mit den Augen. Eine gute Beziehung zu Mutter Erde erfordert auch das schöne Erlebnis des direkten Kontakts!
  • Man respektiert Dornen und scharfe Blattkanten, mit denen sich empfindliche Biotope gegen Eindringlinge wehren und trampelt nichts kaputt.
  • Wir nehmen ganz deutlich wahr, wie unsympathisch versiegelte Böden aus Asphalt und Beton sind.
  • Also halten wir uns lieber an Feld- Wald- und Wiesenwege und hoffen, dass uns die Wegebauer vor Teer und Schotter verschonen mögen!
  • Im eigenen Interesse hinterlassen Barfußläufer keinen Müll in der Natur.
  • Wer gerne barfuß läuft, wird sensibel für die Problematik des Flächenverbrauchs und setzt sich gerne für die Entsiegelung der Böden im Umfeld von Wohnungen, Schulen, Spielplätzen etc. ein.

Profitiert von den Heilkräften der Natur!

für die gesunde Entwicklung der Füße von Kindheit an:

Durch den Trainingseffekt des Barfußlaufens bilden die Füße ihre Wölbungen aus und bleiben ein Leben lang beweglich. Senkfüße etc. mit allen später daraus erwachsenden Beschwerden (insbesondere Schäden am Rücken, an den Knien und Hüften) werden so vermieden.

Selbstverstümmelung unter dem Diktat der Mode muss nicht sein, schon gar nicht die hässliche Verbreiterung des Mittelfußes durch hochhackige Schuhe. Frei entfaltete Füße sind und bleiben schön: mit glatter Haut, geraden Zehen und gesunder Hautfarbe. Und sie bewahren sich die Eleganz eines leichtfüßigen Bewegungsablaufs.

für die Bandscheiben:

Barfuß tritt man nicht fest auf, sondern läuft erschütterungsfrei. Die Fußsohlen¬reflexe regeln das perfekt und man genießt das leichte Abrollen. Von ganz alleine korrigieren sich so rückenschädigende Fehlstellungen der Füße. Damit verringert sich die Belastung der Bandscheiben.

gegen Krampfadern und Venenleiden:

Barfußlaufen aktiviert die Muskeln, die das Blut aus den Beinen zurücktransportieren.

Gegen Erkältungskrankheiten

Maßvolle Abhärtung trainiert die Erzeugung von Körperwärme und stärkt die Abwehrkräfte.

gegen Fußpilz:

Fuß- und Nagelpilz entwickelt sich nur im Feuchten, an der Luft hat er keine Chance. Die wirkungs¬vollste Vorbeugung besteht im Trockenhalten der Zehenzwischenräume.

Erlebnisräume für natürliches Gehen:

Immer wenn wir nach Hause kommen, praktizieren wir einen der beliebtesten Befreiungsgriffe:

raus aus den Schuhen!

Denn nach den vielfältigen Belastungen des Tages brauchen die Füße Entspannung und freie Bewegung.

Viele Heilkundige wie z,B. Pfarrer Kneipp haben das Barfußgehen als Naturheil¬methode empfohlen. Doch heute gibt es zu wenig Gelegenheit für dieses gesunde Freizeitvergnügen.

Dies kann bei der Anlage von Freizeiteinrichtungen und Naherholungs-bereichen ausgeglichen werden!

Parks, Spielplätze, Sportanlagen und Wanderwege können in Teilbereichen mit natürlichen Materialien ausgestaltet werden:

  • ohnehin schon barfuß begehbare Wegstrecken sollte man in diesem Zustand erhalten und, soweit sinnvoll, mit Fühl- und Erlebnisstrecken ergänzen;
  • bei Anlage von Wegen sind Sand, Holzschnitzel oder Rindenmulch dem als Fahrbahnbelag gebräuchlichen kantigen Schotter vorzuziehen;
  • barfuß begehbare Teile des Wegenetzes können entsprechend ausgewiesen, markiert und öffentlich bekanntgemacht werden;
  • Naturlehrpfade können mit natürlichem Boden-belag und Fußfühlstationen ausgestaltet werden;
  • auf Spiel- und Badeplätzen sowie Schulhöfen können mit geringem Aufwand Fühlpfade angelegt werden.
  • Zu jedem Wander- und Erholungsgebiet sollte ein Barfuß-Erlebnisangebot gehören!